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< ARGE Bochum informiert zum Thema „Arbeitsvermittlung“
22.12.2009 09:11 Alter: 8 Jahre

5 Jahre ARGE Bochum

Grundsicherungsstelle zieht vorsichtig positive Bilanz


Torsten Withake, Geschäftsführer

Am 01. Januar 2005 nahm die Bochumer Arbeitsgemeinschaft für die Grundsicherung Arbeitsuchender in Bochum, kurz ARGE Bochum, ihre Arbeit auf.
Nach einem halben Jahrzehnt zieht Torsten Withake, derzeitiger Geschäftsführer, eine vorsichtig positive Bilanz. „Insgesamt ist es uns gelungen, die Langzeitarbeitslosigkeit in Bochum spürbar zu senken. Zugleich konnten wir bis zu 47.000 Kundinnen und Kunden in den vergangenen fünf Jahren erfolgreich in Arbeit oder Aus- und Weiterbildung bringen. Allein diesem Jahr 2009 hat die ARGE bereits jetzt rund 11.200 Menschen integrieren können.“

Durchschnittlich rund 28.500 erwerbsfähige Bochumerinnen und Bochumer gingen 2005 in die Betreuung der ARGE Bochum über. Im August dieses Jahres waren zuletzt 27.900 Menschen in Bochum auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen, rund 2,1 Prozent weniger.
„Das mag auf den ersten Blick wenig erscheinen“, so Torsten Withake. „Doch wir müssen bedenken, dass aufgrund der wirtschaftlich angespannten Situation die Zahl der Langzeitarbeitslosen in den vergangenen Monaten nach einer langen Positiventwicklung wieder kontinuierlich steigt.“
Dabei hat die ARGE Bochum zwischen 2005 und heute insgesamt weit über 100.000 arbeitslose Bochumerinnen und Bochumer betreut - „das entspricht in etwa der Gesamt-Einwohnerzahl einer kleineren Revier-Kommune“ rechnet Withake vor. „Dazu kommen noch die so genannten nicht erwerbsfähigen Hilfebedürftigen wie Kinder oder Rentner, die ebenfalls Leistungen von uns beziehen“.
Den bisher größten Rückgang an Langzeitarbeitslosen konnte die ARGE Bochum im Dezember 2008 vermelden. Damals sank die Zahl der Bezieherinnen und Bezieher von Arbeitslosengeld II auf rund 27.300 und damit auf den bisher tiefsten Stand seit Bestehen der Bochumer Grundsicherungsstelle. Demgegenüber wies die Stadt Bochum die bislang höchste Anzahl an Hilfebedürftigen nach dem SGB II im April 2006 auf. Damals waren rund 31.400 Menschen in Bochum hilfebedürftig.

„Dabei können wir für Bochum – anders als in anderen Städten – keinen großen Unterschied zwischen Männern und Frauen feststellen. So erhielten im Jahresdurchschnitt 2007 etwa 14.600 Bochumer Leistungen nach dem SGB II“, so Torsten Withake weiter. „Die Zahl der Bochumerinnen lag leicht, um 200 Personen, darüber. Diese leichte Überzahl an Hilfeempfängerinnen zieht sich durch alle bisherigen Jahresbilanzen“.

Dies hängt damit zusammen, dass insbesondere für alleinerziehende Frauen das Risiko, hilfebedürftig zu werden und über einen längeren Zeitraum zu bleiben, höher ist. Alleinerziehende machen derzeit in Bochum etwa 12% aller erwerbsfähigen Hilfebedürftigen aus – zu mehr als 90 Prozent sind es Frauen. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2006 waren es rund 10,5 Prozent.

„Die Alleinerziehenden konnten bisher nicht genügend von der guten Gesamtentwicklung bei den Langzeitarbeitslosen bis zum Krisenjahr 2009 profitieren“, stellt der ARGE-Geschäftsführer fest. „Deshalb wollen wir diese Gruppe im kommenden Jahr besonders mit Maßnahmen, speziellen Qualifizierungen und in Kooperationsprojekten mit der Stadt fördern. Dies haben wir bereits in das Arbeitsmarktprogramm der ARGE Bochum für 2010 festgeschrieben.“ Dazu gehören so besondere Angebote wie das Programm BOQ-BEAT, das jungen Müttern eine Ausbildung in Teilzeit ermöglicht.

Weitere Zielgruppen, deren besondere Bedürfnisse einen Schwerpunkt der Maßnahmenplanung für 2010 bilden, sind ältere Langzeitarbeitslose, Menschen mit Migrationshintergrund sowie Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren.
Geschäftsführer Torsten Withake: „Vor allem die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen über 50 Jahren in Bochum macht uns Sorgen. Zur Zeit ist jeder vierte ALG II-Empfänger 50 Jahre und älter. Umso mehr sind wir stolz darauf, dass die ARGE Bochum mit dem Beitritt zum „Pakt für Ältere im Revier“ im Juli diesen Jahres und der Eröffnung des ersten Bochumer „Best Ager Job Club“ einen großen Schritt in Richtung einer gezielten und passgenauen Betreuung dieser besonderen Kundengruppe getan hat.“
Einen guten Teil zur erfolgreichen Vermittlung auch älterer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen trägt auch das erfolgreiche Förderinstrument „Beschäftigungszuschuss“ (BEZ) bei. Seit Ende 2007 konnten so weit über Menschen in eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung für mindestens 24 Monate vermittelt werden. Die ARGE unterstützt hier die Arbeitgeber bei der Einstellung Langzeitarbeitsloser mit bis zu 75 Prozent der Lohn- und Gehaltskosten.

Seit dem Sommer läuft das BEZ-Programm zusätzlich in einer engen Kooperation mit der Stadt Bochum. Gemeinnützige Vereine, die einen geeigneten Langzeitarbeitslosen beschäftigen möchten, aber nicht in der Lage sind, für die verbleibenden 25 Prozent der Lohn- und Gehaltskosten, die beim üblichen Beschäftigungszuschuss anfallen würden, aufzukommen, werden noch mal mit bis zu 250,00 Euro monatlich von der Kommune unterstützt – kostenneutral für die Stadt.
„Die Oberbürgermeisterin und ich sind uns einig, dass es immer besser ist, in Beschäftigung zu investieren als in Arbeitslosigkeit“, begründet Torsten Withake das Engagement. „Frau Dr. Ottilie Scholz hat das gesamte Programm von Beginn an tatkräftig und intensiv unterstützt. Es ist Teil der großen Beschäftigungsinitiative der Stadt Bochum.“