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21.12.2016 14:51 Alter: 355 Tage

Jobcenter investiert in Menschen

Höchste Eingliederungsleistung seit mehr als fünf Jahren


Das Jobcenter Bochum wird Ende 2016 mit 25 Millionen Euro die höchsten Leistungen zur Eingliederung von arbeitslosen Menschen seit mehr als fünf Jahren ausgegeben haben. Zugleich kann der so genannte Umschichtungsbetrag in den Verwaltungsetat im Vergleich zum Vorjahr um voraussichtlich 2 Millionen Euro gesenkt werden.

„Um arbeitslose Menschen in den Arbeitsmarkt zu bringen, sind ganz unterschiedliche Ansätze notwendig: Manche brauchen nur die richtige Qualifizierung, da genügt die passende Maßnahme. Andere brauchen eine enge persönliche Betreuung, ein Coaching. Dafür müssen sie mehr Mitarbeiter einstellen, die aktiv mit Betroffenen an ihrer Eingliederungsstrategie arbeiten. Und sehr oft brauchen die Menschen beides“, sagt Frank Böttcher, Geschäftsführer des Jobcenter Bochum. „Daher setzen wir in Bochum auf den richtigen, an die örtlichen Gegebenheiten angepassten Mix aus beidem.“

So hat das Jobcenter Bochum bereits 2011 ein eigenes Bewerbungszentrum mit sechs Mitarbeitern eingerichtet, das seither gut 2.500 Kunden bei ihren Bewerbungen intensiv und individuell unterstützt hat. In diesem Jahr hat das Jobcenter zusätzlich sieben Arbeitsvermittler für das so genannte ABC-Netzwerk eingestellt, in dem Menschen mit vielfachen Vermittlungshemmnissen auf ihrem Weg zurück in Arbeit persönlich begleitet werden. „Dieses zusätzliche Personal kostet Geld, das wir aus dem allgemeinen Eingliederungstitel umschichten“, so Frank Böttcher, „denn bei vielen Menschen bringt die persönliche Betreuung mehr Erfolge als eine weitere Maßnahme.“

Aber auch bei der aktiven Förderung durch Maßnahmen war das Jobcenter Bochum in diesem Jahr gut aufgestellt. Einerseits hat der Bund mit seinem deutlich erhöhten Eingliederungsetat bereits Ende 2015 eine Trendwende eingeleitet und andererseits konnte das Jobcenter seinen Umschichtungsbetrag deutlich zurückfahren. „Wir haben 2016 so viel Geld für Eingliederungsleistungen ausgeben können wie seit langem nicht mehr", sagt Frank Böttcher. Diese Entwicklung bleibt in der jetzt geäußerten Kritik unberücksichtigt.

So wurden 2016 insgesamt 25 Millionen Euro für Qualifizierung und Weiterbildung investiert. Das sind 6 Millionen Euro mehr als im Vorjahr und sogar 7,5 Millionen Euro mehr im Vergleich zu 2014. Hinzu kommen weitere Mittel in Millionenhöhe durch das „ESF-Bundesprogramm für Langzeitarbeitslose“ sowie das Programm „Soziale Teilhabe“, das ebenfalls auf die Integration langzeitarbeitsloser Menschen in Arbeit abzielt.

Der gestiegene Eingliederungsetat schlägt sich auch in der Aktivierungsquote nieder. Konnte diese bereits im Vorjahr von 6,1% im Jahr 2014 auf 6,9% im Jahr 2015 gesteigert werden, so lag sie zur Jahreshälfte 2016 bereits bei 8%, bei weiter steigenden Tendenz für die zweite Jahreshälfte. Damit werden bis zum Jahresende fast 8.000 Menschen eine über das Jobcenter finanzierte Maßnahme absolviert haben. „Eine wirklich erfreuliche Zahl, zumal wir in Bochum verstärkt auf solche Maßnahmen setzen, an deren Ende ein qualifizierter, auf dem Arbeitsmarkt gefragter Berufsabschluss steht“, sagt Frank Böttcher. Die sind zwar teurer als reine Aktivierungsmaßnahmen, dafür jedoch qualitativ hochwertiger. Und mit jeder erfolgreichen Integration zahlt sich diese Strategie aus.

Auch beim so genannten Umschichtungsbetrag ist die Entwicklung seit 2014 erfreulich. Bis 2016 konnte der deutlich auf aktuell 10 Prozent gesenkt werden. Im kommenden Jahr wird der Betrag voraussichtlich bei 12,7 Prozent liegen. „Wir werden aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen mehr Personal an Bord holen, damit wir alle Menschen, die unsere Hilfe benötigen, weiter gut unterstützen können“, so Frank Böttcher.

Zur Zeit laufen im Jobcenter Bochum die Planungen für das kommende Jahr auf Hochtouren. Stand heute werden dann noch mehr Mittel zur Verfügung stehen als 2016. So steigt der Eingliederungstitel erneut um voraussichtlich 1 Million Euro und zudem hat das Jobcenter Bochum eine deutliche Aufstockung beim Programm „Sozialen Teilhabe“ erhalten. Für die kommenden zwei Jahre gibt es weitere Mittel in Höhe von 5,7 Millionen Euro, mit denen 220 Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose geschaffen werden können.


Finanzielle Mittel 2014 bis 2017

2014

 

2015

 

2016

 

2017

(geplant)

Eingliederungstitel
[Euro]
17,4 Millionen19,3 Millionen

25 Millionen

26,1 Million
Veränderung
zum Vorjahr 
-+ 11%+ 30%+ 4%
Umschichtungsbetrag
[Euro]
5,8 Millionen4,9 Millionen2,8 Millionen3,8 Millionen
Anteil24,55%20,4%10,1%12,7%