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27.07.2016 08:35 Alter: 4 Jahre
Von: Johannes Rohleder

Unterwegs am Rosenberg

Thomas Blinne, Jeffrey Ekoko und Rainer Weber „kümmern“ sich seit dem 1. Juli um den Stadtteil und seine Bewohner // Gewerkstatt schafft drei Stellen mit Unterstützung des Jobcenter Bochum


Kümmern sich um den Rosenberg: Michael Kurzhals (Jobcenter Bochum), Jeffrey Ekoko, Werner Fuhrmann (Gewerkstatt), Rainer Weber und Thomas Blinne (v.l.n.r.) / Foto: Jobcenter

Die Besprechung am Morgen ist kurz. Jeden Tag punkt 10 Uhr kommen Thomas Blinne, Jeffrey Ekoko und Rainer Weber im Projektbüro der Gewerkstatt zusammen und planen den Tag. Nach 20 Minuten ist Schluss und dann geht es raus in den Rosenberg. Seit Anfang Juli sind die drei Quartiershausmeister jetzt in ihrem Viertel unterwegs. Fünf bis sechs Stunden täglich schauen die drei nach dem Rechten und suchen das Gespräch mit den Menschen vom Rosenberg. Denn für die, deren Fragen, Wünsche und Sorgen, sind sie da.

„Die Leute hier haben uns richtig gut aufgenommen“, freut sich Thomas Blinne. „Schon seit dem ersten Tag kommen Sie spontan auf uns zu und suchen das Gespräch.“ Liegengelassener Müll auf den Spielplätzen, zugewachsene Gärten im Kreuzungsbereich, die den Blick in die Seitenstraße versperren, oder Scherben rund um die Glascontainer; die drei Quartiershausmeister halten die Augen offen und legen auch schon mal selbst Hand. Meist jedoch notieren sie die Probleme und besprechen sie abends dann mit der Projektleitung der Gewerkstatt. „Wenn wir der Ansicht sind, da muss was passieren, melden wir es an Ordnungsamt, Polizei oder Grünflächenamt“, sagt Werner Fuhrmann, Geschäftsführer der Gewerkstatt und zugleich Vorsitzender der ARGE Rosenberg.

Die drei Quartierhausmeister sind für ihn ein wichtiges zusätzliches Angebot an die Bewohner. Auf keinen Fall, so Fuhrmann, sollen die drei andere Anlaufstellen ersetzen oder deren Aufgaben übernehmen. Im Gegenteil: Die Einrichtung der Hausmeister-Stellen ist nur der erste Schritt auf dem Weg zu einem eigenen Quartiersmanagement für den Rosenberg, das die Entwicklung des Stadtteils voranbringen soll.

Möglich wurde die zunächst auf 18 Monate befristete Einstellung durch die Unterstützung des Jobcenter Bochum, das die Stellen im Rahmen des Bundesprogramms „Soziale Teilhabe“ vollständig finanziert. „Mit dem Programm haben wir die Möglichkeit, langzeitarbeitslose Bochumer ohne Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt auch mal über einen längeren Zeitraum sozialversicherungspflichtig in Arbeit zu bringen“, erläutert Michael Kurzhals, Teamleiter im Jobcenter.

Insgesamt 4,3 Millionen Euro erhielt das Jobcenter Bochum Ende 2015 im Rahmen des Programms und kann damit bis zu 100 Arbeitsplätze finanzieren. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die Stellen gemeinnützig, im öffentlichen Interesse und wettbewerbsneutral sind. Auf die Quartiershausmeisterstellen trifft das perfekt zu. Und wenn das Projekt und drei Männer sich gut entwickeln, muss nach 18 Monaten nicht Schluss sein. „Das Programm läuft bis 2018 und wir können im Einzelfall eine Stelle auch volle drei Jahre finanzieren.“