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26.01.2016 12:48 Alter: 5 Jahre
Von: Johannes Rohleder

Über ein Praktikum doch noch in die Ausbildung

Jobcenter, Berufsberatung und Kammern informieren unversorgte Jugendliche über Einstiegsqualifizierung


Der Beratungsbedarf war groß bei den Jugendlichen. Und die Berater von Jobcenter und Kammern nahmen sich viel Zeit für das persönliche Gespräch.

Den Schulabschluss in der Tasche, aber keinen Ausbildungsplatz für den Sommer? Wie sich das jetzt noch ändern lässt, darüber informierte das Jobcenter Bochum mehr als 40 jugendliche Kunden auf einer gemeinsamen Informationsveranstaltung mit Berufsberatung und Kammern am vergangenen Dienstag in der Jugendberufsagentur. Das Thema: die betriebliche Einstiegsqualifizierung.

Die Idee dahinter ist einfach: Während eines mindestens sechsmonatigen, bezahlten Praktikums in einem Betrieb lernen die Jugendliche ihren Wunschberuf intensiv kennen und können ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Auf der anderen Seite erhalten die Betriebe ein klares Bild des Bewerbers, unabhängig von Zeugnissen. Am Ende steht dann im Idealfall ein Ausbildungsvertrag. Aber auch sonst ist die Einstiegsqualifizierung (EQ) ein voller Gewinn, wie Nadine Stricker, stellvertretende Teamleiterin im Jobcenter sagt: „Die jungen Menschen lernen den Arbeitsalltag kennen, sie besuchen die Berufsschule, erhalten ein aussagekräftiges Arbeitszeugnis und wenn sie im gleichen Beruf bleiben, winkt sogar eine verkürzte Ausbildung.“

Um die Jugendlichen zu überzeugen, hatte das Jobcenter mit seinen Partnern ein attraktives Paket geschnürt: Einführungsvortrag, individuelle Berufsberatung, Stellenvermittlung, Bewerbungsmappencheck und ein kostenloses Fotoshooting standen den Jugendlichen offen. Und die griffen zu. Exakt 33 der 45 Jugendlichen suchten im Anschluss an die Einführung das persönliche Gespräch mit den Beratern vor Ort, um den Weg in ihren Wunschberuf zu besprechen und am besten gleich einen passenden Praktikumsbetrieb zu finden.

Mal eben auf Knopfdruck geht das aber nicht, so Alexandra Brnicanin von der Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet, die ebenso wie ihre Kollegin von der Handwerkskammer einige Stellen mitgebracht hatte: „Die Besetzung wird sicherlich nicht dadurch gelingen, dass ich den Bewerbern die Stellen lediglich vorstelle. Wichtig ist die weitere engagierte Mitarbeit; gerade wenn ich als Bewerber nicht die besten Voraussetzungen mitbringe.“

Nach 15 Beratungsgesprächen ist die IHK-Ausbildungsvermittlerin verhalten optimistisch: „Wenn ich ein Drittel in eine EQ vermitteln kann, bin ich zufrieden.“ Nadine Stricker teilt die Einschätzung und wird mit ihrem Team die Teilnehmer in den kommenden Tagen noch einmal kontaktieren: „Wichtig ist, dass jetzt die Bewerbungen schnell rausgehen, wenn es im Sommer etwas mit der Ausbildung werden soll.“

Bei Duncan Dittrich müssen die Vermittler nicht anrufen. Der 21jährige Bochumer hat sich umfassend beraten lassen und ist jetzt voller Elan: „Ich habe über die Kammern die Adressen von Betrieben, die Praktika in meinem Wunschberuf als Kaufmann für Büromanagement anbieten. Die telefoniere ich zuerst ab und setze mich dann an die Bewerbungen."